Das Schifflinger Jugendorchester feiert das 30jährige Jubliäum – ein erster Rückblick

Es ist nicht einfach eine Chronik über das Schifflinger Jugendorchester zu schreiben. Zu lückenhaft sind die Berichte und Erinnerungen. Dennoch steht fest: Das Jugendorchester unserer Harmonie kann zurückblicken auf eine fast 30jährige Geschichte und ist heute ohne Zweifel ein nicht mehr wegzudenkender Pfeiler unserer Musikgesellschaft.

Höhen und Tiefen erlebt

Unser Jugendorchester ist zum Aushängeschild der Harmonie geworden, auch wenn das Orchester die Sonnen- und Schattenseiten eines musikalischen Daseins erlebt hat. Doch wie auch immer: Die Höhepunkte, die positiven Erfahrungen und die schönen Erinnerungen überwiegen – egal wer gefragt wurde, ob ehemaliger Dirigent, Musikant oder sonstige Verantwortliche, jeder konnte das bestätigten. Besonders auch die heute doch etwas älter gewordenen Musikanten der Gründungsjahre.

Die eigentliche Geburtsstunde konnte ich nicht ausmachen. Einige Faktoren scheinen jedoch eine besondere Rolle betreffend die Gründung eines Jugendorchesters gespielt zu haben. Als Hauptmotoren und Initiatoren können Marco Pütz, er übernahm mit nur 20 Jahren im Jahre 1979 den Dirigentenstab des großen Orchesters, und Jhang Falchero, der anfangs nur gelegentlich aushalf, bezeichnet werden.

Das Jugendorchester und die „Lyre d’Or“

Die Idee ein Jugendorchester auf die Beine zu stellen, machte jedoch bereits im Jahre 1974 die Runde. In jenem Jahr gewann unsere Harmonie unter der Leitung von Léopold Winandy in Vichy die so genannte „Lyre d’Or“, eine besondere Auszeichnung für unsere Gesellschaft. Da wegen Prüfungen und aus Berufsgründen nicht alle Musikanten an diesem Wettbewerb teilnehmen konnten, organisierte Jeannot Weimerskirch spontan mit den daheimgebliebenen Musikanten ein Orchester, das am Tage der Rückkehr aus Vichy ihren Musikerkollegen einen musikalischen Glückwunsch entgegenbringen sollte. Ein Empfang der besonderen Art. Eine gelungene Aktion. Das Orchester, bestehend vor allem aus jungen Musikern sollte wenige Monate später einen weiteren Auftritt bei einem Waldfest im Ort genannt „Schmëttbösch“ haben. Es gab dann immer wieder Diskussionen, über die Notwendigkeit eines Jugendorchesters, doch sollte erst fünf Jahre später die Idee von Marco Pütz richtig umgesetzt werden.

Damals wie heute war es das Ziel den jungen Musikanten eine Einstiegsmöglichkeit ins große Orchester zu ermöglichen. Sie im Zusammenspiel miteinander vertraut zu machen. Die Musikschüler sollten so früh wie nur möglich an Registerproben und Klangfarben eines Orchesters gewöhnt werden. Das Projekt sollte mehr als gelingen. Mit einfachen Liedern begann das Vorhaben. Je besser und perfekter der Einzelne sein Instrument beherrschte, desto schwieriger wurden die Musikstücke. Mit viel Geduld und Einsatz wurde hier eine wertvolle Jugendarbeit geleistet.

Von Marco Pütz bis Martine Weinachter

Marco Pütz, Jhang Falchero, Serge Thill, Martine Weinachter, Jos Hippert (assistiert von Marie-Lou Frieden) – sie alle wirkten als Dirigenten des Jugendorchesters. Ihre Namen und ihre Engagements sind eng mit dem Jugendorchester verbunden. Das Jugendorchester ist sowohl die Grundlage als auch die Voraussetzung für ein späteres Mitwirken im Stammorchester. Daher wurde auch immer wieder versucht alle möglichen Varianten eines Blasorchesters abzudecken. Die Programme und Musikwerke wurden, was ihren Schwierigkeitsgrad betrifft immer wieder an der jeweiligen Kompetenz und dem Können der einzelnen Musikanten angepasst. Auch war es immer wieder Tradition, dass einige erfahrenere Musikanten das Jugendorchester unterstützten sollten. Das Repertoire reichte jedenfalls von der sinfonischen Blasmusik über Musicals und Filmmusiken bis hin zu modernen Arrangements und bekannten Hits aus den Charts. Seit zwei Jahren wird das Orchester wiederum von Martine Weinachter geleitet.

Viele unterschiedliche Auftritte

Auftritte bei lokalen Festen und Wohltätigkeitsveranstaltungen waren der Dank für eine engagierte Arbeit. Höhepunkte und Erlebnisse der besonderen Art waren die jeweils in den Novemberferien organisierten „Museksdeeg fir déi Jonk“, ein mehrtägiger Musiklehrgang für die jüngsten Mitglieder unserer Musikgesellschaft. Im Mittelpunkt dabei das Einstudieren der Musikwerke, das Zusammenspiel im Ensemble und das gemeinsame Üben. Doch auch gesellige Abende und Spielnachmittage sollten diese Lehrgänge bereichern. Unvergesslich ebenfalls die Herausgabe einer Schallplatte zu Gunsten behinderter Mitmenschen.

In den jüngsten Jahren hat das Jugendorchester ein Spezialkonzert für die Schüler der Primärklassen ins Programm aufgenommen. Ziel ist es die Primärschüler für die Musik und den Musikunterricht zu begeistern. Egal ob Perkussion, Klarinette, Oboe oder Saxophon, ob Trompete, Horn oder Tuba, ob Flöte oder Kontrabass, alle sind herzlich willkommen.

Handlungsbedarf bleibt

Bleibt an dieser Stelle die erfolgreich organisierte vereinseigene Musikschule und die geleistete ehrenamtliche Arbeit zu erwähnen, die als wertvolle Stütze für das Jugendorchester zu sehen ist. Über Jahre hinaus bestand die Möglichkeit in Schifflingen Solfegienkurse zu absolvieren. Hier besteht allerdings nach wie vor ein großer Handlungsbedarf.

Auf Marco Pütz, Jhang Falchero, Serge Thill, Martine Weinachter und Jos Hippert kann unsere Musikgesellschaft stolz sein. Ihre wertvolle Arbeit ist für die Musikgesellschaft von großer Bedeutung, und wenn es das Jugendorchester nicht geben würde, so müsste es heute gegründet werden. Das „Feeling“ zu vermitteln, dass für viele junge Menschen das Motto „Music is my frist love“ zählt, haben wir den verantwortlichen musikalischen Leitern und ihren administrativen Helfern zu verdanken. Das ist gut für die Schüler, und das ist gut für unsere Gesellschaft, die, auch wenn sie bald 100 Jahre alt wird, nie alt aussehen wird.